Unter dem Leitwort "Verwurzelt und gewachsen - stark für die Zukunft" stellte Diakon Walter Kraus den Gottesdienst ganz in das Bild eines Baumes, dessen Wurzeln Halt geben, dessen Stamm Stärke verleiht und dessen Krone offen für die Zukunft ist. Die Absolventinnen und Absolventen blickten dabei auf ihren Ausbildungsweg zurück und dankten allen Menschen, die sie auf diesem Weg begleitet und gestärkt haben.
In der Aula des Caritas-Berufsbildungszentrums begrüßte die stellvertretende Leiterin der Berufsfachschulen für Pflege und Pflegefachhilfe, Barbara Friedl, die zahlreichen Gäste aus Politik, den kooperierenden Pflegeeinrichtungen sowie die Familien der Absolventinnen und Absolventen.
Landrat Dr. Ronny Raith würdigte in seinem Grußwort die hohe gesellschaftliche Bedeutung der Pflegeberufe. Gut ausgebildete Pflegefachkräfte würden heute dringender denn je gebraucht. Gleichzeitig warb er dafür, nach der Ausbildung in der Region zu bleiben und ihre berufliche Zukunft im Landkreis Regen zu gestalten.
Schulleiter Raimund Kreutzer stellte in seiner Abschlussrede die Menschlichkeit als Wesenskern professioneller Pflege in den Mittelpunkt. Pflege sei weit mehr als fachliches Wissen und medizinische Kompetenz. "Pflege braucht Herz genauso wie Verstand", betonte er. Menschen würden sich später nicht daran erinnern, welche Fachbegriffe verwendet oder welche Dokumentation geschrieben worden sei. Sie erinnerten sich vielmehr an eine Hand, die Halt gegeben habe, an einen Blick, der Mut gemacht habe, oder an einen Menschen, der trotz Zeitdruck Mensch geblieben sei. Neben Empathie, Geduld und Respekt brauche der Pflegeberuf deshalb vor allem Menschlichkeit.
Für die Träger der praktischen Ausbildung sprach Markus Quappik, Heimleiter des Caritas-Seniorenwohn- und Pflegeheims Elisabethenheim in Viechtach. Ausgehend von dem Gedanken, wie ein Morgen ohne Pflegefachkräfte aussehen würde, verdeutlichte er eindrucksvoll die unverzichtbare Bedeutung der Pflegeberufe für die Gesellschaft. Besonders hob er den sinnstiftenden Charakter des Berufs hervor, der weit über die reine Versorgung hinausgehe und von Menschlichkeit und Verantwortung geprägt sei.
Im Anschluss erhielten zunächst die Absolventinnen und Absolventen der Berufsfachschule für (Alten-)Pflegehilfe ihre Abschlusszeugnisse. Die Klassenleitungen Irina Weinberger und Melanie Schröder ließen das gemeinsame Ausbildungsjahr Revue passieren und erinnerten an zahlreiche gemeinsame Erlebnisse und persönliche Entwicklungen. Stellvertretend für die beiden Abschlussklassen bedankten sich Marco Jungnickel, Eranda Durbaku und Mohamed Alali bei den Lehrkräften und Praxisanleitenden für deren Unterstützung während der Ausbildung.
Vor der Zeugnisverleihung an die Pflegefachkräfte begrüßte die stellvertretende Bürgermeisterin Elisabeth Pfeffer die Festgäste. In ihrer Funktion als Vertreterin des Mädchenwerks Zwiesel e. V. überreichte sie erstmals den neu gestifteten Exzellenzpreis an Bianca Nader (Wir berichten noch getrennt).
Barbara Friedl blickte anschließend als Klassenleiterin gemeinsam mit den Absolventinnen und Absolventen auf drei intensive Ausbildungsjahre zurück. Für ihre herausragenden schulischen Leistungen verlieh Schulleiter Raimund Kreutzer im Namen des Freistaates Bayern den Staatspreis an Mia Gürster und Bianca Nader.
Nach der Zeugnisübergabe ließen die Klassensprecherinnen Bianca Nader und Lisa Weber anhand von Bildern und zahlreichen Anekdoten die gemeinsame Ausbildungszeit noch einmal lebendig werden. Als Zeichen ihres Dankes überreichten sie allen Lehrkräften ein kleines Präsent.
Für den festlichen musikalischen Rahmen sorgten Musiklehrer Andreas Köck am Klavier sowie der Auszubildende Julian Kröplin am Gesang. Beim anschließenden Stehempfang im Schulgebäude bot sich schließlich Gelegenheit, auf den erfolgreichen Ausbildungsabschluss anzustoßen und gemeinsam auf die vergangenen Jahre zurückzublicken.
Mit ihren Abschlusszeugnissen verlassen die Absolventinnen und Absolventen das Caritas-Berufsbildungszentrum nun als qualifizierte Pflegefachhelferinnen, Pflegefachhelfer und Pflegefachkräfte. Zugleich nehmen sie jene Werte mit auf ihren weiteren Berufsweg, die den Tag wie ein roter Faden durchzogen: Menschlichkeit, Empathie, Verantwortung und den festen Willen, für andere Menschen da zu sein.


