
Zu Beginn stellte Riebl zentrale Tätigkeitsfelder von Gewerkschaften vor - von der Interessenvertretung über Tarifverhandlungen bis hin zu sozialpolitischem Engagement. Dabei ging er auch auf die historische Entwicklung der gewerkschaftlichen Bewegung ein und zeigte auf, wie sich Arbeitskämpfe und Mitbestimmung in den vergangenen Jahrzehnten verändert haben.
Besonders greifbar wurde das Thema durch ein interaktives Rollenspiel: Die Studierenden schlüpften in die Rollen von Arbeitgeber- und Arbeitnehmervertretungen eines fiktiven BMW-Betriebs. In drei Verhandlungsrunden wurden Forderungen nach mehr Urlaub, höherem Gehalt, zusätzlichen freien Tagen - etwa an Geburtstagen oder während der Menstruation - engagiert diskutiert.
Die Arbeitgeberseite versuchte, mit alternativen Angeboten zu punkten, darunter kostenlose Wurstsemmeln am Freitag, periodengerechte Hygieneprodukte, vergünstigte Leasingmodelle, attraktive Adventskalender sowie Events in der BMW-Welt. Das Rollenspiel verdeutlichte eindrucksvoll, wie komplex und dynamisch Tarifverhandlungen sein können.
Möglich wurde die Veranstaltung durch die Initiative der Klassenleiterin Tanja Stich, die den Besuch organisiert und in den Unterricht eingebettet hat. Schulleiter Raimund Kreutzer würdigte den besonderen Lerneffekt: "Berufspolitische Bildung ist ein zentraler Bestandteil unserer Ausbildung. Solche praxisnahen Formate helfen unseren Studierenden, ihre Rechte zu kennen und später selbstbewusst im Berufsleben zu stehen."
Die Veranstaltung bot den angehenden Erzieherinnen und Erziehern einen praxisnahen Einblick in berufspolitische Prozesse und stieß auf großes Interesse.