
Die von Lehrerin Simone Kempe-Straehler organisierte Exkursion verdeutlichte den besonderen Stellenwert der Bildung für nachhaltige Entwicklung, der das Profil des Caritas-Berufsbildungszentrums als Nationalparkschule prägt. Ziel ist es dabei, den angehenden pädagogischen Fachkräften einen bewussten und nachhaltigen Zugang zur heimischen Natur zu vermitteln.
Frei nach dem französischen Schriftsteller Antoine de Saint-Exupéry gilt: "Man ist zeitlebens für das verantwortlich, was man sich vertraut gemacht hat." Gerade in der Umweltbildung spielt dieser Gedanke eine zentrale Rolle. Wer Pflanzen, Tiere und ihre Lebensräume kennt und schätzt, entwickelt auch eher die Bereitschaft, Verantwortung für ihren Schutz zu übernehmen. Diese Haltung ist ein wichtiger Baustein der Ausbildung zukünftiger Erzieherinnen und Erzieher.
Als Referentin begleitete Eva Kronschnabl die Gruppe auf einer Exkursion in den Zwieseler Stadtpark. Nach einer kurzen Einführung in die Welt der Märchen sowie deren wiederkehrende Figuren und Motive stellte sie verschiedene heimische Baumarten und die Sagen und Mythen vor, die sich um sie ranken.
So steht die Linde seit Jahrhunderten als Symbol für Liebe, Harmonie und Gemeinschaft und bildete als Dorflinde vielerorts den Mittelpunkt des gesellschaftlichen Lebens. Der Eberesche, auch Vogelbeere genannt, wurden in alten Überlieferungen schützende Kräfte zugeschrieben. Einer Sage nach bewahrte sie sogar den Gott Wotan vor dem Ertrinken. Solche Erzählungen dienten früher dazu, Wissen über Pflanzen und ihre Bedeutung auf anschauliche und leicht merkbare Weise weiterzugeben.
Im Anschluss setzten die Auszubildenden das Gehörte kreativ um. In Kleingruppen entwickelten sie zu "ihrem" Baum jeweils eine Märchenfigur, deren Eigenschaften zur jeweiligen Pflanze passten. Aus Blättern, Zweigen, Rinde und weiteren Naturmaterialien entstanden fantasievolle Natur- und Pflanzengeister mit ganz eigenen Persönlichkeiten und Lebensgeschichten.
Dabei reichte die Bandbreite von klassischen Märchenfiguren bis hin zu modernen Interpretationen, deren Wünsche, Sorgen und Herausforderungen aktuelle gesellschaftliche Themen aufgriffen.
Die Naturwoche verdeutlichte, wie Umweltbildung, kulturelles Wissen und kreative Methoden miteinander verbunden werden können. Gleichzeitig erhielten die angehenden Erzieherinnen und Erzieher zahlreiche Anregungen für ihre spätere pädagogische Arbeit.