
Hintergrund dieser Initiative ist die zunehmende Vielfalt innerhalb der Pflegeausbildung: Immer mehr Auszubildende mit Migrations-hintergrund beginnen ihre Ausbildung am BBZ und schließen diese erfolgreich ab.
Gleichzeitig ist es dem BBZ ein wichtiges Anliegen, auch einheimische Schulabsolventinnen und -absolventen gezielt anzusprechen, ihre Perspektiven wahrzunehmen und ihnen eine fundierte Ausbildung sowie damit verbundene ganzheitliche Zukunftschancen zu eröffnen.
Vor diesem Hintergrund wurde in diesem Jahr eine Kooperation zwischen der Mittelschule Zwiesel (vertreten durch Iris Schneck) und dem BBZ Zwiesel (Raimund Kreutzer) initiiert. Unterstützt und angestoßen wurde das Projekt durch den Förderverein "Freunde der MS Zwiesel" unter der Leitung von Christine Neubert.
Ziel der Zusammenarbeit ist es, Brücken zwischen schulischer Bildung und beruflicher Ausbildung zu schlagen, gegenseitiges Verständnis zu fördern und jungen Menschen berufliche Perspektiven aufzuzeigen.
Projektstart: Vielfalt erleben und entdecken
Nach den Faschingsferien fiel der Startschuss für das dreiwöchige Projekt. Die drei Berufsfachschulen des BBZ mit insgesamt vier Ausbildungsmöglichkeiten präsentierten sich in einem eigens konzipierten Programm. Das Konzept wurde im Vorfeld von Dr. Renate Mehringer in Zusammenarbeit mit allen Beteiligten entwickelt und sollte die Vielfalt, Praxisnähe und Zukunftsperspektiven des BBZ eindrucksvoll sichtbar machen.
Parallel dazu bereitete Fachlehrerin Iris Trimmel ihre Schülerinnen und Schüler der Fachrichtung Soziales an der Mittelschule Zwiesel gezielt auf die Projekttage vor. Dank der räumlichen Nähe konnten die Jugendlichen das BBZ bequem zu Fuß erreichen - und verbanden so die Teilnahme mit Bewegung und einem aktiven Beitrag zur eigenen Gesundheit.
Start mit Staffelstab - Auftakt mit Engagement und Begeisterung
Schulleiter Raimund Kreutzer begrüßte die Schülerinnen und Schüler der Mittelschule Zwiesel in der Aula des BBZ und lud sie zu einer kleinen Stärkung mit Brezen und Getränken ein.
Im Sinne des Projektmottos wurde der "Staffelstab" an die Berufsfachschule für Kinderpflege übergeben. Die stellvertretende Schulleiterin Monika Wölfl hatte gemeinsam mit ihren Auszubildenden ein abwechslungsreiches und motivierendes Programm gestaltet. Nach einer anschaulichen Vorstellung der Ausbildungsrichtung, der Zugangsvoraussetzungen und der Internatsmöglichkeiten übernahmen die Auszubildenden selbst die Gestaltung.
Ein interaktives Quiz griff die Inhalte der Präsentation auf und band die Gäste aktiv ein. In kleinen Teams konnten die Schülerinnen und Schüler ihr Wissen unter Beweis stellen - der Spaß kam ebenso wenig zu kurz wie der Ehrgeiz. Kleine Preise sorgten zusätzlich für Motivation und eine lockere Atmosphäre.
Im Anschluss folgte eine Schulhausführung, bei der deutlich wurde, wie groß das Interesse der Jugendlichen war. Sie stellten zahlreiche Fragen an die angehenden Kinderpflegerinnen und Kinderpfleger. Besondere Begeisterung entstand, als sie ehemalige Mitschülerinnen und Mitschüler trafen, die bereits eine Ausbildung am BBZ Zwiesel begonnen hatten. Deren positive Erfahrungen machten die vorgestellten Perspektiven greifbar und authentisch.
Pflegeausbildung zum Anfassen
In der zweiten Projektwoche übernahm die Berufsfachschule für Pflegeberufe den Staffelstab. Das Schulleitungsteam mit Barbara Friedl und Tobias Spielbauer präsentierte die Ausbildungsangebote ebenfalls mit großer Fachkompetenz und Begeisterung.
Barbara Friedl gab Einblicke in den dualen Ausbildungsablauf, Zugangsvoraussetzungen, Bewerbungsverfahren und berufliche Perspektiven. Praxisnahe Fallbeispiele veranschaulichten den Pflegealltag realistisch.
Ein besonderes Highlight war der Einsatz im Simulationsraum "Nursing Anne": Auszubildende des ersten Jahres demonstrierten eine realitätsnahe Pflegesituation und bezogen die Gäste aktiv mit ein. Die Situation wurde aus einem angrenzenden Raum beobachtet und aufgezeichnet, so dass sie anschließend gemeinsam reflektiert werden konnte. Die Schülerinnen und Schüler der Mittelschule Zwiesel zeigten sich begeistert von der Möglichkeit, Pflege so praxisnah zu erleben - ein Erlebnis, das weit über klassische Informationsveranstaltungen hinausging.
Zielgerade: Einblick in die Sozialpädagogik
Die abschließende Etappe des Projekts gestaltete die Fachakademie für Sozialpädagogik unter der stellvertretenden Schulleiterin Silvia Fischer. Sie stellte die Besonderheiten der Ausbildung zur Erzieherin bzw. zum Erzieher heraus, ging auf Unterschiede zu den vorherigen Bildungsgängen ein und vermittelte umfassende Informationen zu Zugangsvoraussetzungen, Ausbildungsstruktur, Finanzierung und beruflichen Perspektiven.
Im Anschluss durften die Jugendlichen in Kleingruppen am Unterricht teilnehmen und den Schulalltag unmittelbar erleben. Diese Hospitation bot ihnen die Chance, ein Gespür dafür zu entwickeln, ob sie sich mit den Anforderungen und Inhalten dieses Berufs identifizieren können.
Gemeinsamer Zieleinlauf und Ausblick
Am Ende des Projekts trafen sich alle Beteiligten zum gemeinsamen Austausch. Schulleiter Raimund Kreutzer lud zu Kaffee und Gesprächen ein, in denen Erfahrungen reflektiert, Eindrücke geteilt und Perspektiven diskutiert wurden.
Die Verantwortlichen - Raimund Kreutzer (BBZ), Iris Schneck (Mittelschule Zwiesel) und Christine Neubert (Förderverein "Freunde der MS Zwiesel") - zogen ein durchweg positives Fazit: Das Projekt war ein voller Erfolg, zeigte die Vorteile der Teamarbeit und wird im kommenden Jahr fortgeführt. Auch die anschließende Reflexion im Fachunterricht bei Iris Trimmel bestätigte die nachhaltige Wirkung des Projekts.
Als Leitmotiv für die weitere Zusammenarbeit gilt:
"Starke Partnerschaften für starke Perspektiven in unserer Region."