
Schulleiter Raimund Kreutzer konnte dazu zahlreiche Gäste aus den Einrichtungen der Region begrüßen. Im Mittelpunkt der Veranstaltung standen Veränderungen in der Pflegeausbildung sowie Fragen des interkulturellen Miteinanders im Pflegealltag.
Im ersten Teil der Veranstaltung informierte die stellvertretende Schulleiterin der Berufsfachschule für Pflege, Barbara Friedl, über eine wichtige strukturelle Neuerung in der Pflegeausbildung: den Wechsel vom bisherigen Pflegefachhelfer zur neuen Ausbildung zur Pflegefachassistenz.
Die neue eineinhalbjährige Ausbildung zur Pflegefachassistenz soll künftig eine wichtige Rolle im Pflegesystem übernehmen. Pflegefachassistentinnen und -assistenten unterstützen Pflegefachkräfte in der Versorgung von Patientinnen und Patienten in Krankenhäusern, Pflegeheimen oder ambulanten Diensten. Gleichzeitig bildet die Ausbildung auch eine mögliche Grundlage für eine anschließende dreijährige Ausbildung zur Pflegefachfrau beziehungsweise zum Pflegefachmann.
Für die Einrichtungen bietet die neue Ausbildungsform mehrere Chancen. Dazu zählen unter anderem eine bessere Durchlässigkeit im Ausbildungssystem, klarere Qualifikationsprofile, zusätzliche Möglichkeiten zur Gewinnung von Nachwuchskräften sowie eine stärkere Verzahnung zwischen Theorie und Praxis. Zudem kann die Pflegefachassistenz eine wichtige Einstiegsqualifikation für Menschen sein, die sich beruflich in der Pflege orientieren möchten.
Gleichzeitig wurden beim Anleitertag auch mögliche Herausforderungen offen angesprochen. Das Caritas-BBZ Zwiesel plant, ab dem Jahr 2027 mit der Ausbildung zur Pflegefachassistenz zu beginnen.
Im zweiten Teil der Veranstaltung referierte der Integrationsbeauftragte des Landkreises Regen, Jürgen Probst, zum Thema "Interkulturelles Lernen in der Pflege".
Probst betonte, dass gelingende Integration vor allem auf gegenseitigem Verständnis und Kommunikation beruhe. Sein Grundsatz laute: "Nicht über Menschen sprechen, sondern mit ihnen sprechen." Nur durch direkten Austausch könne Vertrauen entstehen und könnten kulturelle Unterschiede besser verstanden werden.
Gerade in der Pflege sei es wichtig, sich mit verschiedenen Wertvorstellungen, Kommunikationsformen und religiösen oder kulturellen Traditionen auseinanderzusetzen. Diese könnten beispielsweise den Umgang mit Krankheit, Pflege, Nähe und Distanz oder auch die Rolle von Familie beeinflussen. Interkulturelles Lernen bedeute deshalb nicht nur Sprachkenntnisse zu verbessern, sondern auch ein Verständnis für unterschiedliche kulturelle Prägungen zu entwickeln.
Ein weiterer wichtiger Aspekt sei laut Probst die Zusammenarbeit mit Sprach- und Kulturmittlern. Diese könnten in schwierigen Situationen vermitteln und dazu beitragen, Missverständnisse zwischen Pflegepersonal, Bewohnern und Angehörigen zu vermeiden.
Zugleich unterstrich Probst, dass Integration immer ein gegenseitiger Prozess sei. Sowohl die neu zugewanderten Menschen als auch die Gesellschaft vor Ort müssten aufeinander zugehen. Begegnungen, gemeinsame Veranstaltungen und persönliche Kontakte seien dafür besonders wichtig. Sie förderten Verständnis, bauten Vorurteile ab und stärkten den gesellschaftlichen Zusammenhalt.
Abschließend machte Probst deutlich, dass gelungene Integrationsarbeit auch Chancen eröffne - etwa für Bildung, Ausbildung und Beschäftigung. Gerade im Pflegebereich könne sie einen wichtigen Beitrag leisten, dem Fachkräftemangel zu begegnen und gleichzeitig Menschen eine Perspektive zu geben.
Schulleiter Raimund Kreutzer dankte dem Referenten für seinen praxisnahen Vortrag und die langjährige Unterstützung. "Durch Ihr Engagement konnten wir in den vergangenen Jahren schon viele Probleme und interkulturelle Konflikte auf Augenhöhe und respektvoll lösen", betonte Kreutzer.